Weiter schleichender Prozess bei Rückgang der Betriebszahlen

Im Jahr 2018 ist die Anzahl der augenoptischen Fachgeschäfte zum wiederholten Male gesunken! Das ist das Ergebnis der Handwerksstatistik Augenoptik des Deutschen Handwerkskammertages (DHKT).

Nachdem in den letzten Jahren regelmäßig ca. fünfzig Betriebe mehr schlossen als gegründet wurden, hat sich dieser Trend im letzten Jahr sogar leicht verschärft. Insgesamt 93 Betriebe waren im Saldo weniger zu verzeichnen als zum Ende des Jahres 2017.

Diese Gesamtbetriebszahlen weichen gegenüber den realen Zahlen zwar ab, da bei den Kammern nicht flächendeckend Filialen mitgezählt werden. Es ist aber davon auszugehen, dass die Zahlen den Trend richtig widerspiegeln.

Den größten Verlust haben die Bundesländer NRW mit einem Minus von 27 und sowie Niedersachen und Baden Württemberg mit einem Rückgang von jeweils 11 zu verzeichnen. In den neuen Bundesländern sind die Rüchgänge moderater. Sachsen verzeichnet den höchsten Rückgang mit insgesamt sechs verlorenen Betrieben. Lediglich der Stadtstaat Bremen konnte mit einem Betrieb einen leichten Zuwachs verbuchen. Von den bundesweit Verlust von 93 Betrieben entfallen 81 auf die alten und zwölf auf die neuen Bundesländer.

Die jetzt seit fast 10 Jahren anhaltende Tendenz in Richtung zu weniger Betrieben setzt sich damit schleichend aber beständig fort. Seit 2012 hat die Augenoptik im Saldo damit insgesamt ca. 400 Betriebe verloren. Wenn man zusätzlich noch in Betracht zieht, dass die größten 20 Betriebe in Deutschland durch Gründung oder Zukauf weiter deutlich expandieren, sind die Rückgänge bei den mittelständischen Augenoptikern noch deutlich höher zu veranschlagen.

Viele hoffen seit Jahren, dass sich mit einem Rückgang der Betriebszahlen auch die Wettbewerbsintensität verringern könnte. Bisher ist dies nicht zu erkennen. Hier spielen eine deutlich höhere Preisaggressivität im Wettbewerb aber auch der Online-Markt eine entscheidende Rolle. Vor dem Hintergrund ist zukünftig trotz zurückgehender Betriebszahlen nicht von einer Verringerung des Wettbewerbs auszugehen.