Gesetzentwurf für verpflichtende Altersvorsorge für Selbstständige in Planung

Bereits mehrfach hatte die Politik erfolglos Anlauf genommen, um Selbständige zur Altersvorsorge zu verpflichten. Jetzt unternimmt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) einen neuen Versuch. Angekündigt ist eine Gesetzesinitiative zu dieser Problematik bis zum Ende diesen Jahres.

Der Arbeitsminister betonnt, dass nach den vorliegenden Zahlen ca. drei Millionen Selbstständige in Deutschland im Alter nicht abgesichert sind. Nach seinen Vorstellungen sollen alle in Zukunft entweder Mitglied in einem Versorgungswerk werden, durch die Rürup-Rente abgesichert sein oder in die gesetzliche Rentenversicherung eintreten. Zwischen diesen Optionen kann der Unternehmern dann wählen. Die wichtigste Voraussetzung: Die Altersvorsorge ist geschützt, insolvenz- und pfändungssicher.

Die CDU fordert in den Zusammenhang, Gründer nicht sofort mit verpflichtender Altersvorsorge zu belasten und schlägt eine Übergangsfrist von drei Jahren vor, in der mit einer Absicherung gewartet werden kann.

Der Zentralverband des deutschen Handwerks unterstützt das Vorhaben der großen Koalision in Berlin, macht aber deutlich, dass die Wahlfreiheit zwischen privater Vorsorge oder gesetzlicher Rentenversicherung erhalten bleiben müsse. Daneben fordert der ZDH, dass die Handwerkerrentenversicherung mit berücksichtigt werden müsse.

Im Auge hat die Bundesregierung in dem Zusammenhang insbesondere die Solo-Selbstständigen. Die Zahl der 1-Personen-Unternehmen ist seit dem Jahr 2000 deutlich angestiegen, und zwar von 1,84 Millionen auf 2,28 Millionen im Jahr 2017. Die Zahl der nicht mit einer Altersvorsorge im klassischen Sinne ausgestatteten Unternehmern sagt allerdings wenig über eine wirkliche Hilfebedürftigkeit aus. Denn wer keine klassische private oder gesetzliche Altersvorsorge abgeschlossen hat, kann dennoch über Bargeld, Wertpapiere oder Immobilien verfügen bzw. einen erheblichen Betrag bei der späteren Veräußerung des eigenen Unternehmens erlösen.

Insgesamt wird durch die Debatte deutlich, dass eine vernünftige Altersvorsorge nicht dem Zufall überlassen werden sollte. Erfahrungen zeigen, dass das Thema „Altersvorsorge“ auch in der Augenoptik ein regelmäßig vernachlässigtes Thema bei Betriebsinhabern ist. Viele Betriebsinhaber haben noch immer eine völlig falsche Vorstellungen, welche Einnahmen bei der Veräußerung des Geschäfts erzielt werden können, planen den Verkaufserlös aber bereits in die Altersvorsorge mit ein.

Insofern ist jedem anzuraten, sich dahingehend frühzeitig zu informieren und eine fundierte Markteinschätzung zu bekommen, ob und zu welchem Preis sein Geschäft zukünftig veräußert werden kann. Diese Informationen können vor bösen Überraschungen und vor existenziellen Schwierigkeiten bewahren. Denn die Realität zeigt: Viele Augenoptiker stellen erst kurz vor dem Verkauf fest, dass der tatsächliche Kaufpreis nicht die Lücke der Altersvorsorge ausgleicht bzw. dass es keinen Kaufpreis geben wird, da evtl. das Geschäft nicht veräußerbar ist.

Die AOS Unternehmensberatung GmbH bietet eine Beratung zur Betriebsübergabe sowie eine fundierte und marktgerechte Unternehmensbewertung. Bei einer späteren Übergabe kümmert sie sich um die komplette Abwicklung und eine eventuelle Käufersuche.

Anfragen unter Tel: 0231 5522130, Mail: info(at)aos-beratung.de. Mehr Informationen und Referenzen zufriedener Kollegen unter www.aos-beratung.de!