Corona ohne Auswirkungen auf die Nachfrage und Kaufpreise augenoptischer Fachgeschäfte

Die Corona-Pandemie hat bisher noch keine nennenswerten Auswirkungen auf die Nachfrage und die Kaufpreise augenoptischer Geschäfte. Die AOS Unternehmensberatung GmbH aus Dortmund, die durch viele Unternehmensbewertungen sowie durch die Vermittlung und Betreuung von Geschäftsverkäufen bzw. Nachfolgeregelungen in der Augenoptik einen umfassenden Branchenüberblick hat, hat dazu ihre jährliche Analyse durchgeführt.

Die Nachfrage nach augenoptischen Geschäften ist im vergangenen Jahr stabil geblieben. Trotz der Unsicherheiten aufgrund der Corona-Pandemie überwiegt bei Gründern und expandierenden Unternehmen der Branche weiterhin der Optimismus. Nach einer ersten Verunsicherung zu Beginn des ersten Lock-Downs im März und April 2020 zog die Nachfrage sehr schnell wieder auf das alte Niveau an. Die Branche hat zum wiederholten Male eindrucksvoll bewiesen, dass sie sehr gut mit externen „wirtschaftlichen Schocks“ wie der aktuellen Pandemie oder der Finanzkrise vor gut zehn Jahren umgehen kann und, dass die Geschäfte vergleichsweise stabil weiterlaufen. So gibt es auch für das aktuelle Jahr Grund zu Optimismus, wenn die Nachfolgeregelung des eigenen Unternehmens ansteht.

Bei größeren (ab ca. 750T Euro Netto-Jahresumsatz) und mittleren (400T – 750T Euro Netto-Jahresumsatz) traditionellen Geschäften ist das Interesse von Kaufwilligen ungebrochen.

Experten, wenn es um Betriebsübergaben und -übernahmen geht: Ingo Kemmer, Dipl.-Kaufmann (li) und Stefan Herburg, Dipl.-Volkswirt (re) / AOS Unternehmensberatung GmbH

Leicht verbessert haben sich die Verkaufschancen für Inhaber von Geschäften mit einem geringeren Umsatz. Zum einen hat sich gezeigt, dass auch kleinere traditionelle Geschäfte die Pandemie gut überstanden haben und tendenziell nur geringe oder gar keine Umsatzrückgänge verzeichnen mussten. Zum anderen ist eine Trendumkehr bei der Anzahl von Gründungswilligen festzustellen. War diese Anzahl in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen, hat das Interesse von angestellten Augenoptikern an einer eigenen Existenz im vergangenen Jahr erkennbar zugenommen. Über die Gründe kann aktuell nur gemutmaßt werden. Es zeigt sich aber, dass mit der Pandemie und der damit verbundenen Kurzarbeit trotz immer noch bestehenden Fachkräftemangels wohl auch das Gefühl der Arbeitsplatzsicherheit gesunken ist. Das wird ein Grund für das verstärkte Interesse in Richtung der Selbständigkeit sein.

Es bleibt dabei, dass der Nachfrage nach traditionellen Augenoptikgeschäften insgesamt ein weiter wachsendes Angebot gegenübersteht. Hier ist spürbar, dass eine gesamte Generation an Gründern und Übernehmern aus den 1970ern, 80ern und 90ern in der nächsten Zeit eine Nachfolgeregelung anstrebt.

Durch das große Angebot sind weiterhin neben der Höhe des Kaufpreises auch die Qualität und die Rahmenbedingungen des Übernahmeobjektes von hoher Bedeutung. Das führt dazu, dass nicht alle Unternehmen – auch in den höheren Umsatzklassen – automatisch Käufer finden und gute Preise erzielen können.

Unternehmen mit einer ausgeprägten Spezialisierung, z.B. auf optometrische Dienstleistungen oder Kontaktlinsen, sind weiterhin nicht einfach zu veräußern, da diese Fachgeschäfte häufig eine überdurchschnittlich hohe Bindung an den Inhaber aufweisen. Und gerade diese Prägung stellt ein Risiko für einen Erwerber dar. Hier bedarf es einer passgenauen Übergabeplanung, damit der Verkäufer seinen Betrieb mit einem guten Gefühl übergeben kann und ein Käufer ein realistisches Konzept zur Fortführung an der Hand hat.

Auch die Zahl der Betriebe, für die sich auch nach längerer Suche kein Käufer findet, ist weiter gestiegen. Das geht einher mit einer Steigerung des durchschnittlichen Jahresnettoumsatzes, unter dem sich nur noch in Ausnahmefällen ein Käufer findet. Auch dieser steigt weiter an und liegt mittlerweile über 225T Euro.

Somit sind weiterhin auch Schließungen von Geschäften ein Thema. Hier lässt sich mit einer guten Planung eines Räumungsverkaufs, verbunden mit einer Übergabe von Kundendaten sowie Verkauf von Maschinen und Geräten ebenso ein ordentlicher Überschuss erzielen. Aber auch in diesem Fall sollte frühzeitig mit einem fachkundigen Berater ein individuelles Konzept erarbeitet werden, denn Fehler, z.B. bei der Weitergabe der Kundenbeziehungen, können nachteilige Folgen haben.

Die Bandbreite von Verkaufspreisen für reine augenoptische Fachgeschäfte ohne weitere Geschäftsbereiche wie Hörakustik oder Uhren-Schmuck lag über alle Größenklassen und Regionen im Jahr 2020 zwischen 17% und bis über 78% eines Jahresumsatzes inkl. eines üblichen Warenbestands und damit etwa auf dem Niveau von 2019. Die Spannbreiten über Regionen und verschiedene Größenklassen sowie Geschäftskonzepte sind hierbei aber erheblich.

Das Gerücht, dass sich der Kaufpreis eines Fachgeschäftes in der Augenoptik durch eine Faustformel berechnen lässt, hält sich zwar hartnäckig, wird aber dadurch nicht richtiger. So hängen wichtige Einflussfaktoren wie Rechtsform, Lage, Inhaberabhängigkeit und Personalsituation, Mietvertrag, Stückzahlen, Durchschnittspreis, Qualität und Wert der Aktiva, die Strukturdaten des Ortes, der Investitionsbedarf, die Wettbewerbssituation sowie viele andere Rahmenbedingungen gar nicht oder nur bedingt vom Umsatz oder Gewinn ab. Und nicht zuletzt bestimmen am Ende Angebot und Nachfrage den Preis der Geschäfte.

Um schwerwiegende und teure Fehler bei einer Übernahme oder Übergabe zu vermeiden, ist eine professionelle und branchenerfahrene Beratung notwendig. Insbesondere sollte die Beratung vom Erstgespräch bis zum Kaufvertrag aus einer Hand sein, um die Abstimmungen in diesem komplexen Prozess zu erleichtern. Fehler in den einzelnen Phasen der Übergabe können für den Käufer und Verkäufer schwerwiegende und teure Folgen haben. Und letztendlich geht es bei diesem Thema nicht nur um Zahlen, Daten und Fakten, sondern um Lebensentscheidungen mit einer dementsprechend hohen emotionalen Komponente, was bedeutet, die Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren.

Die AOS Unternehmensberatung begleitet Übergabe- und Übernameprozesse mit der langjährigen Erfahrung, den notwendigen Branchenkenntnissen und den Netzwerken, die notwendig sind. Ob Filialist mit Expansionsüberlegungen oder Existenzgründer auf der einen Seite oder Nachfolgeregelungen in der Familie, an Mitarbeiter oder fremde Dritte – die AOS ist der richtige Ansprechpartner.

Anfragen unter Tel: 0231 5522130, E-Mail: info@aos-beratung.de.